Aquarell malen - alles was du wissen musst liest Du hier!
Aquarellmalerei ist eine der ältesten Techniken in der Kunstwelt. Die leichte Zugänglichkeit dieser Kunstart macht sie für Anfänger sehr attraktiv.
Du hast gewisse Vorbehalte, ob Du auch Aquarell malen kannst? Ich zeige Dir hier ausführlich, wie einfach Aquarelle zu erstellen sind.
Die Faszination am Aquarell malen
Die meditative Qualität des Aquarellmalens, das Zusammenspiel von Kontrolle und Loslassen, macht diese Technik nicht nur zu einem künstlerischen Ausdrucksmittel, sondern auch zu einer entspannenden Praxis, die Achtsamkeit und Präsenz fördert.
Was benötigt es zum Aquarell malen?
Meine kleine Auflistung wird Dir helfen, Deine ersten Aquarell-Schritte zu gehen.
Du benötigst:
- Ein kleines Pinselset mit verschiedenen Stärken (weiche Borsten, bitte!)
- Aquarell-Papier in mind. 300g/qm
- Aquarell-Farben, am Besten von Schmincke
- Wasserglas & Wasser
- Bleistifte zum Vorzeichnen
- Ein Motiv!
Zum Üben von ersten Aquarellen eignen sich einfache Motive hervorragend. Das können kleine Landschaften sein, einzelne Objekte wie Äpfel, Kürbisse oder kleine Blumensträuße, Pflanzen, Pflanzenteile oder Bäume.
Wichtige Aspekte beim Aquarell Malen
Materialien und Vorbereitung:
1. Verwende hochwertiges Aquarellpapier mit mindestens 300g/m²: es wellt sich weniger und nimmt Feuchtigkeit besser auf.
2. Wähle Pinsel aus echtem Haar (Rotmarder, Kolinsky) für deine Arbeiten, verwende verschiedene Pinsel. Z.Bsp. den Schlepper für Linien, den Fächerpinsel für Baumstrukturen / nachgeahmte Blätter.
3. Arbeite mit einer sauberen Palette und frischem Wasser, sowie hochwertigen Farben!
Technische Grundlagen:
1. Plane von hell nach dunkel – helle Bereiche müssen ausgespart werden, da Aquarell transparent ist.
2. Spiele mit dem Gemisch zwischen Wasser und Farbe für hellere oder dunklere Kontraste. Dazu benötigst du auch Punkt 3.
3. Beherrsche grundlegende Techniken wie Nass-in-Nass, Lasieren, Granulieren und Aussparungen.
Farbverhalten:
1. Berücksichtige, dass Aquarellfarben beim Trocknen etwa 30% heller werden.
2. Mische Farben niemals auf dem Papier, immer auf der Palette!
3. Benutze selbst gemischte Farben aus den drei Grundfarben gelb, blau und rot.
4. Setze dich vor jedem Bild mit der Farbkomposition intensiv auseinander.
5. Bedenke: Der Hintergrund hell, der Vordergrund dunkler. Kontraste sind das A und O bei jedem gelungenen Bild!
Komposition und Planung:
1. Fertige vorab leichte Bleistiftskizzen an.
2. Plane bewusst weiße Bereiche (Lichter) ein, auch gern mit Maskierungsmittel, denn später kann man weiße Flächen nicht vollständig wiederherstellen.
3. Arbeite von großen Flächen zu Details.
Fehlermanagement:
1. Fehler lassen sich bei Aquarell meistens korrigieren – plane trotzdem sorgfältig, vor allem bei weißen Flächen.
2. Halte einen sauberen Schwamm oder Papiertuch bereit, um überschüssige Farbe oder zu viel Wasser aufzunehmen.
3. Akzeptiere den teilweise unvorhersehbaren Charakter der Technik - Geduld ist Alles.
Noch ein Tipp zum Schluss:
Das richtige Verhältnis zwischen Wasser und Farbe zu kennen ist die größte Herausforderung und zugleich das Herzstück beim Aquarell malen.
Ebenso wichtig ist das richtige Verhältnis zwischen Kontrolle und dem Zulassen von Zufallseffekten.
Diese beiden Aspekte machen den besonderen Reiz des Aquarellmalens aus.
Sei Dir bewusst, dass du alles in Formen zerlegen kannst - achte auf goldenen Schnitt und den natürlichen Fokus des Auges.